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Bayern-Fighter der Jiu-Jutsu-WM in Abu Dhabi

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Nachdem die Weltmeisterschaft 2020 ausfiel, war es dieses Jahr wieder soweit.

In Abu Dhabi konnten die Jiu-Jutsu-Weltmeisterschaften durchgeführt werden. Hervorragende Organisation der Veranstalter, sehr professionell und top aufgezogen.

Große Erfolge der Bajuwaren.

Die Athleten aus Bayern im Fighting:

  • Simon Attenberger (Fighting männlich -77kg)
  • Franziska Freudenberger (Fighting weiblich -63kg)
  • Sophie Büscher (Fighting weiblich -57kg)
  • Anja Guercke (Fighting weiblich +70kg)
  • Lukas Bombik (Fighting männlich -94kg)
  • Andrea Plefka (Fighting weiblich -48kg)
  • Annalena Bauer (Fighting weiblich -70kg)
  • Andrea Plefka
  • JES_3812
  • JES_4456
  • JES_4746
  • JES_5006
  • JES_5086
  • JES_6128
  • JES_6706

Anja Guercke musste krankheitsbedingt sehr kurzfristig auf die Reise nach Abu Dhabi verzichten, konnte somit nach der Vize-Europameisterschaft in Maintal leider nicht an ihre Favoriten-Rolle anknüpfen.

  • Direkt am Freitag, dem ersten Wettkampftag der Erwachsenen im Fighting gingen 4 Athleten aus Bayern an den Start und konnten zwei Gold-Medaillen holen. Am Samstag folgten dann zwei weitere Athletinnen, welche den Medaillensatz mit einmal Silber und Bronze noch vervollständigten.
  • Andrea Plefka, ihres Zeichens Weltmeisterin von 2017 ging als eine der Favoritinnen in der Klasse -48kg an den Start. Nach einem Freilos in der ersten Runde, zeigte sie gleich im nächsten Kampf mit ihrer individuellen Klasse und guten Taktik der Thailänderin Sugun die Grenzen auf und gewann mit deutlichem Punktevorsprung. Im Halbfinale ging es dann gegen die Überraschungs-Athletin Zariopi aus Griechenland, welchen diese mit technischer Überlegenheit für sich entscheiden konnte. Die Chance für Bronze war noch da und so ging es gegen die Eidgenossin Sina Staub (SUI). Nach einem spannenden Kampf musste sich Andrea leider geschlagen geben und den 5.Platz hinnehmen. In Anbetracht ihrer Leistungen der letzten Jahre ein nicht ganz zufriedenstellendes Ergebnis, doch nach den schwierigen 2 Jahren eine hervorragende Leistung!
  • Am selben Tag startete auch die amtierende Europameisterin Franziska Freudenberger in der Klasse -63kg. Nach einem Freilos in der ersten Runde war der zweite Kampf direkt das potenzielle WM-Finale, so ging es die langjährige Spitzenathletin und World-Games Siegerin Nebie aus Frankreich, eine mehr als unglückliche Auslosung, zu schlagen. Es war ein spannender und enger Kampf, den die Französin schlussendlich für sich entscheiden konnte und somit für Franziska noch die Chance auf Bronze über die Trostrunde. Nach zwei deutlichen Siegen gegen Montenegro und Thailand trat Franziska gegen Juliana Fereira, WM-Finalistin von 2019 um den Einzug ins Bronze-Finale an. Schlussendlich konnte sich die französische Nummer 1 der Weltrangliste durchsetzen und somit blieb für die bayerische Jugend-Landestrainerin Freudenberger ein guter 7. Platz.
  • In der Klasse -94kg ging Erwachsenen-Landestrainer Lukas Bombik an den Start, nach einem 5. Platz 2019 mit der Hoffnung auf Wiedergutmachung. Gleich im ersten Kampf war der Europameister von 2019, Filip Trajkovic (SRB), der Gegner. Nach deutlicher Führung konnte Bombik den Kampf schlussendlich nach Full-Ippon für sich entscheiden und kämpfte in der nächsten Runde gegen den unbekannten Kongolesen Mputu. Dieser ging zunächst in Führung musste sich letztendlich aber doch deutlich Lukas geschlagen geben. Im Halbfinale war dann der Franzose und langjährige Konkurrent Alexandre Perez der Gegner um den Finaleinzug. Taktisch gut eingestellt setzte er Bombik unter Druck, doch dieser konnte punktetechnisch deutlich in Führung gehen und gewann nach einer verdienten Disqualifikation noch vorzeitig. Danach wartete der amtierende russische Europameister und Weltmeister von 2018 Mikhail Kosthiuk, ein harter Brocken. Der Kampf war bis in die letzten Sekunden überaus spannend, mit einer 4-Punkte Führung 9 Sekunden vor Schluss für den Russen. Mit zwei engagierten Angriffen konnte Bombik ausgleichen, was in einer Verlängerung mündete, welche er aufgrund leichter konditioneller Vorteile letztendlich mit einem knappen Vorsprung von einem Punkt für sich entscheiden und die lang-ersehnte Goldmedaille gewinnen konnte.
  • Doch auch der junge Burgkirchener Simon Attenberger ging noch am selben Tag in der Klasse -77kg an den Start. Simon war auf dem besten Wege sich für die World-Games 2022 zu qualifizieren, doch fehlten noch entscheidende Punkte und somit ging er top-motiviert an den Start. Auf ein Freilos in der ersten Runde folgte dann direkt ein überlegener Full-Ippon- Erfolg gegen den Marokkaner Himmi. Genauso ging es dann auch im Viertelfinale gegen den Russen Zhidiaev weiter, welcher auch vorzeitig verlor. Im Halbfinale wartete dann bereits der Niederländer Boy Vogelzang, ein taktisch sehr guter Athlet, mit welchem Simon sich schon einige Schlachten geliefert hatte. Wie zu erwarten war der Kampf schon zu Beginn an von taktischem Verhalten geprägt und die Führung wechselte. Selbst von einer fragwürdigen Kampfrichterentscheidung wenige Sekunden vor Schluss ließ sich Attenberger nicht aus dem Konzept bringen, holte mit starken Beintechniken Punkt um Punkt und zog schlussendlich mehr als verdient mit 8:4 ins Finale ein. Dort wartete das französische Urgestein Percy Kunsa. Bis in die letzten Sekunden war der Kampf unglaublich eng, wenige Punkte waren entscheidend, doch mit einem Wurf und Halter in den letzten 20 Sekunden sicherte sich Simon eine uneinholbare Führung und damit auch die hervorragende, erkämpfte Goldmedaille, seine erste bei den Erwachsenen.
  • Am Samstag war dann Annalena Bauer, eine der beiden bayerischen Starterinnen, an der Reihe und ging in der Klasse -70kg an den Start, auch sie auf dem Weg zu den World Games 2022 in Birmingham (USA). Die Auslosung ergab für Annalena direkt in der ersten Runde ein Freilos und anschließend sollte ein Kampf gegen die Marokkanerin Khadija stattfinden, welche unglücklicherweise nicht antreten konnte und so kam Annalena kampflos ins Halbfinale. Dort wartete die Schwedin Emma Lette, welche überraschenderweise, nichtsdestotrotz aber sehr verdient, die Weltmeisterin von 2019 besiegen konnte. Doch Annalena war top vorbereitet und eine Klasse zu groß für die Schwedin. Mit starken Atemitechniken ging Bauer in Führung, holte sich auch noch den Wurf-Ippon und konnte mit einem abschließenden Halter ihr Halbfinale direkt vorzeitig für sich entscheiden. Im Finale war Chloe Lalande (FRA) die letzte Hürde auf dem Weg zu Gold. Annalena ging direkt zu Beginn in Führung, Lalande holt auf und so ging es mit Gleichstand in die letzte Minute. Hier fehlte der Französin nur noch der Wurf-Ippon für das Full-Ippon und diesen holte sie sich dann auch noch 40 Sekunden vor Schluss. Somit Silber für Annalena, die erforderlichen World-Games Punkte auch erreicht und unterm Strich eine sehr starke Leistung.
  • Die letzte im Bunde war Sophie Büscher, nach Bronze auf der Europameisterschaft nun auch im erweiterten Favoritenkreis der Klasse -57kg. Gleich im ersten Kampf wartete die World-Games Siegerin von 2017 und amtierende Nummer 2 der Weltrangliste, Rebecca Dahl (DEN). Von Beginn an hatte Sophie den Kampf unter Kontrolle und lag in Führung. Nach zahlreichen Bestrafungen wurde der Kampf immer knapper und enger. Ein taktisches Hin und Her begann und mündete dann in einer Disqualifikation von Sophie wenige Sekunden vor Schluss. Ein, laut Regelwerk gerechtfertigtes, aber nicht wirklich notwendiges Eingreifen des Kampfrichters. Nach der bitteren Niederlage wurde über die Trostrunde der dritte Platz als Ziel anvisiert. Top motiviert konnte Sophie ihre Kämpfe gegen Tunesien, die Niederländerin Aarenberg-Peters (5. Platz Weltrangliste) und auch gegen die Weltranglisten-Dritte Koutoulaki aus Griechenland vorzeitig mit Full-Ippon gewinnen. Im Kampf um Bronze war dann die Thailänderin Singcchalad die letzte Hürde. Doch Sophie hatte von Beginn an die richtigen taktischen Mittel parat und erarbeitete sich einen großen Punktevorsprung. Letztendlich konnte Sophie ihren deutlichen Vorsprung souverän über die Zeit bringen, sich die mehr als verdiente Bronzemedaille sichern und wieder einmal beweisen, dass sie trotz ihrer erst 20 Jahre (eigentlich noch Jugend U21) bereits zur absoluten Weltklasse bei den Erwachsenen gehört.

 

 

 

Peter Günther; Text: Lukas Bombik; Bilder: DJJV