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Trainerausbildung: Endspurt vor der Prüfung

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Oberhaching. Endspurt vor der Lizenzprüfung war in der zweiten Ausbildungswoche für 23 neue Ju-Jutsu Traineranwärter angesagt. Nach der Zwischenprüfung im Mai wurde nun im Juni trotz sengender Hitze im Dojo, im Lehrsaal sowie im Außengelände fleißig an den Fähigkeiten als Trainer gefeilt.

Beim Aufbaulehrgang hatten der Lehrreferent Andreas Hötzinger sowie sein JJVB Lehrteamkollege Darian Dragut wieder viele interessante Themen zusammengestellt sowie Gastreferenten eingeladen, damit die Teilnehmer einen optimalen Einblick in ihr neues Aufgabengebiet erhielten.

Ernährung und Gesundheit
So standen auch Themen zu einer gesunden und bewußten Ernährung auf dem Lehrplan, die für die sportliche Leistungsfähigkeit nicht zu vernachlässigen ist. Und wenn eine gewisse Adipositas bei Personen in den Trainingsgruppen vorhanden ist, gab es Anleitungen, wie und wann Fett mit welcher Sportintensität verbrannt werden kann und wann eine Fettverbrennung eher nicht erfolgt. Bei einer Gesundheitsprävention durfte eine optimale Rückenschulung, Entspannungstechniken, Sport über 40 (altersgerechtes Ju-Jutsu) und auch das umfangreiche Thema Erstbehandlungen von Verletzungen nicht fehlen. Zwar hat jeder Traineraspirant im Vorfeld schon den großen Erste-Hilfe-Kurs belegen müssen, aber jeder Sport hat so seine eigenen »Wehwehchen« beziehungsweise Verletzungspotential.

So wurde für die Ju-Jutsu spezifischen Verletzungen der Verbandsarzt Dr. Roland Schachler eingeladen, der nicht nur rein fachliche Medizinthemen referierte, sondern die Teilnehmer  bei der vielen Theorie mit noch viel mehr Praxisbeispielen sowie Erlebnissen aus seiner Tätigkeit für die DJJV Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften etcetera in den Bann zog. Besonders spannend war der Praxisteil, als Dr. Schachler anhand der »Veteranenverletzungen« der Traineranwärter Soll-Ist-Zustände visuell verständlich machte und zeigte, wie er als Arzt nach den vorgeschriebenen Röntgenaufnahmen beispielsweise Luxationen behebt. Also wie man als Arzt ausgekugelte Gelenke wieder an den richtigen Platz bringt und so verständlich wird, was welchen Schmerz bei den Verletzten verursacht und wie ein Trainer bis zur ärztlichen Versorgung zum einen dem Geschädigten die Minuten relativ schmerzfrei gestalten kann und zum anderen den Ärzten/Rettungsassistenten durch optimale Vorarbeit die Behandlung erleichtern kann. Prävention vor Verletzungen oder auch Langzeitschäden war hier oberstes Gebot.

Die Ausbilder gehen »auf die Nerven«
Manchmal gingen Andreas Hötzinger und Darin Dragut den Teilnehmern auch auf den Nerv. Aber wenn die beiden den Teilnehmern auf den Nerv gingen, dann hatten sie bei der Einheit Nervendrucktechniken alles richtig gemacht. So wurden die verschiedensten Nervendruckpunkte sowie deren Einsatzmöglichkeiten im Training erörtert.

Das tolle beim Ju-Jutsu ist, daß bei manchen Themengebieten keine Matten und damit kein Dojo notwendig sind. So konnte unter blaustrahlendem Himmel Lehreinheiten im Grünen abgehalten werden. Bei der Waffenabwehr mit dem Messer, Stock, Faustfeuerwaffe oder anderen beweglichen Gegenständen hatte die Gruppe natürlich im Außenbereich immer wieder viele faszinierte und interessierte Zuschauer von anderen Sportfachverbänden zu Gast, die so auch eine Sparte unseres Sports zu Gesicht bekamen.

Im Grünen ging es auch mit dem Thema Frauen Selbstbehauptung sowie Selbstverteidigung mit der Frauen SV Beauftragten Margie Partsch-Martin weiter. Die Teilnehmer erhielten kleine Auszüge aus der Trainerausbildung Gewaltprävention sowie der Frauen SV Kursleiterausbildung wie beispielsweise das Gewaltbarometer, Täter-Opfer-Rollen und der visuelle Wahrnehmung für Täterbeschreibungen. Der Einsatz von der eigenen Stimme sowie der eigenen Körpersprache durften natürlich als Grundlagen nicht fehlen.

Zwischendurch gab es viele kleine Bausteine für das Training wie der Einsatz von »kleinen Spielen«, Gleichgewichtsschulung, turnerische Grundelemente, Koordination, Leistungstests, Ausdauertrainings, mentale Trainingsformen, Trainingsformen im Wasser, Hindernisparcours, Aufgaben des Trainers, Versicherung und Haftung sowie viele weitere.

Techniken zerlegt und wieder zusammengesetzt
Wie auch in der ersten Ausbildungswoche gab es wieder Technikschwerpunkte. So standen dieses Mal Würgetechniken, Hebeltechniken, Festlegen-Aufheben-Transportieren, Gegentechniken, Sicherungstechniken sowie Atemitechniken auf dem Seziertisch. Es wurde zerlegt, zusammengebaut und wieder zerlegt, um Schritt für Schritt ein Lehrverständnis zu entwickeln, das man als Trainer für die Vermittlung von eben diesen Themenblöcken benötigt.

Und all diese Techniken sehen in der Realität anders aus als im Sportmodus auf der Matte. So gab es auch einen kleinen Auszug aus Szenarientrainings, in denen sich die Teilnehmer in Kleingruppen in reellen Situationen behaupten mußten. Verteidigen gegen mehrere Angreifer, Einsatz von Vollkörperschutzanzügen, Abrufen von Techniken unter Streß sowie Nothilfe waren hier die Themenschwerpunkte.

Da die Jugend unsere Zukunft ist und hier besonders viele Dinge zu beachten sind im Hinblick auf die Entwicklung der Kinder und damit auch im Trainingsaufbau, den Trainingsinhalten sowie der Aufsichtspflicht bei Minderjährigen, wurde vom sympathischen Jugendreferenten Nordbayern Alexander Köhler neben dem theoretischen Input im Lehrsaal auch auf der Matte kindgerechtes Ju-Jutsu Training gezeigt. Und wie es so ist, hatten die Großen besonderen Spaß am Training für die Kleinen. Schließlich müssen viele Dinge erneut erprobt werden, ehe sie weitervermittelt werden.

Vielfalt in der Ausbildung
Natürlich mußten sich alle Teilnehmer unter der Woche wieder mehreren Lehrübungen stellen. So gab das Lehrteam jedem Teilnehmer ein individuelles Technikthema, über das er nach einer Vorbereitung zwischen den Trainingseinheiten oder nachts am Folgetag vor der Gruppe abhalten mußte. In mehreren Gruppen und mit mehreren Prüfern wurde der straffe Zeitplan gut eingehalten und jeder Teilnehmer erhielt nicht nur von der Gruppe, sondern auch von jedem Prüfer eine individuelle Rückmeldung zu seinem Trainingsaufbau, seinem Auftreten und der Führung der Gruppe. Bei vielen unterschiedlichen Prüfern über die ganze Ausbildungsreihe hinweg erhielt jeder unterschiedliche Sichtweisen und Hinweise von sehr erfahrenen Trainern. Ein Luxus, in den selten Traineranwärter kommen und sie im besonderen Maße voranbringen. Außer sie sind beim JJVB, da scheint dieser Ausbildungspunkt beziehungsweise Luxus ein Standard zu sein.

Dieter Meyer, Ehrenpräsident des JJVB ließ es sich nicht nehmen, als Prüfer für die Lehrübungen in die Sportschule Oberhaching zu kommen, um die Teilnehmer an seinem Wissen teilhaben zu lassen: »Ich bin begeistert über Eure Kreativität in den Lehrübungen sowie den Fortschritt bzw. Entwicklung, die Ihr seit April bis jetzt gemacht habt. Ich bin gespannt auf die Lizenzprüfung und ob da noch einmal eine weitere Entwicklung zu sehen ist.«

Diese Lizenzprüfung steht im Juli an, bei der alle Teilnehmer zu einer zugewiesenen Technik eine vollständige Trainingseinheit ausarbeiten und über 30 Minuten abhalten müssen.

Die Teilnehmer wurden von allen Referenten und insbesondere von Andreas Hötzinger sowie Darian Dragut optimal auf die Tätigkeit als Trainer und damit auch auf die Lizenzprüfung vorbereitet. Alle Teilnehmer werden im Juli zeigen, was sie gelernt haben und den JJVB hoffentlich stolz machen, dasdie Vereine mit neuen engagierten sowie kreativen Trainern als neue Vorbilder und Ju-Jutsu-Botschafter aufgewertet werden.

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Bericht: Dennis Buttler / Fotos: Dennis Buttler, Darian Dragut