Yin und Yang im Gedenken an zwei große Ju-Jutsuka

Grassau. Zweiter Advent, verträumtes verschneites Voralpenland. Aber neben Weihnachtsmarkt und Glühweinrunden rührte sich in Grassau noch was. Gut fünfzig Ju-Jutsuka aus Bayern pilgerten in die Halle der Mittelschule. Die Grassauer Ju-Jutsuka luden dort zum Gedenklehrgang für Herbert Kropf und Uwe Knop ein.

Yin und Yang, zwei polar entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte standen im Fokus. Die Referenten Jo Zach und Dr. Florian Seidl versprachen dazu einen interessanten Nachmittag.

Zunächst eröffnete Abteilungsleiter Marco Kellermann den Lehrgang, der im Gedenken an Herbert Kropf und Uwe Knop, die Dankbarkeit ausdrücken soll, die den beiden zu früh verstorbenen Ju-Jutsuka gebührt. Das Wirken der Beiden weit über den Verein hinaus, im Lehrteam, beim Bayerncamp und Bayernseminar ist unvergessen. Johanna Weber verlas zusätzlich ein kurzes Gedicht von Herbert Kropf, das einen kleinen Einblick in die lyrische Begabung des beliebten Ju-Jutsuka gab.

Im Anschluss ging es zum sportlichen Teil über. Matthias Riedel, JJVB-Vizepräsident Jugend, hatte einige klassische Warm-up Spiele aus der Trickkiste von Uwe Knop mitgebracht. So wurde die Betriebstemperatur schnell erreicht.

Danach übernahm Jo Zach. Im Zentrum standen effektive Verteidigungstechniken. Dazu nahm Jo Standardangriffe und zeigte einfache, modular aufgebaute und wirkungsvolle Verteidigungstechniken. Es wurden Vitalpunkte bearbeitet, sich anbietende Gelenke gehebelt und hin und wieder gewürgt und geworfen. Wichtig dabei war es, die Eigengefährdung gering zu halten. Es ging ruppig zur Sache und die Teilnehmer waren begeistert.

Der zweite Teil stand im Zeichen des Yin. Ruhe, Sanftheit, Weichheit. Um die notwendige Geschmeidigkeit körperlicherseits zu erlangen, ging es zunächst zu Boden. Rollen vorwärts, rückwärts und in alle Richtungen sorgten dafür, dass die Ecken abstumpften. Es folgte der technische Teil: Florian legte viel Wert auf die Bewegungsformen. Druck und Zug im richtigen Moment kann Berge versetzen und Angreifer überwältigen. Mit einfachen Techniken bis zum komplexeren Körperrückstoß wurden alle Techniken durch die richtigen Bewegungsformen und den angepassten Kraftfluss optimiert. So merkte man bald, dass Sanftheit und Siegen durch Nachgeben ganz schön anstrengend sein kann.

Am Ende des Lehrgangs waren die Teilnehmer rundum gelockert und vollauf zufrieden. Man war sich einige, auch im kommenden Jahr wieder einen Gedenklehrgang anzubieten. Denn das Ju-Jutsu ist mehr als Sport. Es ist auch Gemeinschaft, Freunde und lebendige Erinnerung.

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Bericht und Fotos: Matthias Riedel

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