Frauen SV: Chancen bei erschwerten Bedingungen

Nürnberg. Ende November fanden 26 Ju-Jutsuka den Weg zum Post SV Nürnberg. Ziel war ein Landeslehrgang Frauen SV des Frauenteams: „Einfach war gestern - sprachlos und bei erschwerten Bedingungen nicht chancenlos“. Dazu hatte sich Referentin Margie Partsch-Martin einiges einfallen lassen.

Teil Eins des Lehrgangs stand ganz im Zeichen der Körpersprache. Im drei-stufigen Säulenmodell der Frauen-Selbst-Sicherheit ist die Körpersprache das grundlegende Element der „Selbstbehauptung“ und die wichtigste Vorstufe, bevor es im schlimmsten Fall zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommt.

Geübt wurden Blickkontakt und non-verbale Kommunikation. Oder kurz gesagt: Wie vermittle ich meinem Gegenüber allein durch einen Blick und die passende Körperhaltung, dass ich nicht sein Opfer bin? Zum Abschuss dieses Teils gab es eine gefährliche Gasse mit vielen unterschiedlichen Personen, denen die Teilnehmer non-verbal begegnen mussten. Auch das eine interessante Übung, denn nicht jeder Gassenkontakt war „feindlich“ und so war eine gewisse Varianz in den Reaktionen gefragt, was nicht jedem leicht fiel.

Im zweiten Themenblock standen dann „erschwerte Bedingungen“ für einen Verteidiger in SV-Situationen auf dem Programm. Erschwert konnte bedeuten: Keine oder nur eingeschränkte Sicht (Augenbinden), nur eine Hand/Arm zur Verteidigung (Arm wurde im eigenen Gürtel fixiert) oder auch eingeschränkte Mobilität (Füße mit Gürteln zusammen gebunden).

Und plötzlich werden einfache Verteidigungshandlungen, zum Beispiel gegen Atemi- oder Kontaktangriffe schwer. Wenn der Angriff dann auch noch über die Seite kommt, an welcher man selbst gehandicapt ist, dann sieht‘s nochmal anders aus. Gleiches gilt für die Situation, wenn die eigene Sicht behindert ist und man zum Beispiel nur auf einem Auge sieht (Augenbinde). Kommt dann noch ein zweiter Angreifer dazu, wird‘s richtig spannend.

Doch nicht nur im Stand ist eine gehandicapte Verteidigung schwierig, am Boden wird‘s richtig anstrengend. Bewegen und gleichzeitig den Kopf schützen, mit nur einem Arm ist eine echte Herausforderung. Und so kann man sich vorstellen, wie ein Bodenrandori mit gefesselten Füßen und einem „einarmigen“ Teilnehmer abläuft, wobei beide einäugige Augenbinden tragen.

Als Resümee lässt sich sagen: Viele interessante Übungen, ungewohnte Situationen und das alles mit viel Schweiß und viel Spaß verbunden! Herzlichen Dank an Margie für den tollen Lehrgang.

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Bericht und Fotos: Jürgen Schaller

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