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Selbstbewußt und wehrhaft !

 

Nürnberg - Erster Abend im Kurs  „Stopp heißt Stopp ! – Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen. Zwei Kursleiter und dreizehn Frauen im Alter von Mitte 20 bis Mitte 50 stehen sich gegenüber und beide Seiten wissen noch nicht so recht, was sie voneinander halten sollen: Die Kursleiter Jürgen und Sibylle blicken in dreizehn neugierige, leicht nervöse Gesichter, hinter denen – neben dem Altersunterschied - unterschiedliche Vorerfahrungen und Erwartungen und damit letztendlich unterschiedliche Persönlichkeiten stecken.

Obwohl der erste Abend naturgemäß etwas theorielastiger abläuft, steht am Ende die erste Technik – Grifflösen – die es zu üben gilt.

Wer jetzt meint, dass ein Selbstbehauptungskurs in 10 Abenden aus unbescholtenen und vielleicht schüchternen Zeitgenossinnen furchtlose Kampfmaschinen macht, der irrt sich. Zwar geht es auch um die Vermittlung von (effektiven) Kampftechniken, aber ein ebenso wichtiges Ziel ist die Schaffung der für eine Abwehr/Gegenwehr erforderlichen psychischen Voraussetzungen.

Die Gesetzmäßigkeiten von Kommunikation, Wahrnehmung und die Grundzüge der (Opfer- und Täter-) Psychologie finden hierbei Einfluss. Die Teilnehmerinnen sollen sich mit der Problematik einer Gefahrensituation auseinander setzen, um so eine individuelle Strategie für die Bewältigung kritischer Situationen zu entwickeln.

Eine wirksame Verteidigung beginnt nicht erst mit der körperlichen Auseinandersetzung, sondern schon viel früher. Das eigene selbstbewusste Auftreten ist von größter Wichtigkeit und muss in verschiedenen Übungen allmählich und Schritt für Schritt erlernt und verfestigt werden. Ein zentrales Element ist hierbei die Körpersprache, also Körperhaltung und der Blickkontakt.

Prävention, Selbstbehauptung und - erst wenn die beiden ersten Punkte versagen – Selbstverteidigung. Das sind die 3 Säulen der Frauen-Selbst-Sicherheit und der Grundtenor des Kurses. Hierfür haben Jürgen und Sibylle ein dicht gepacktes Repertoire an Übungen, Spielen und Theorieblöcken vorbereitet.

Schon nach wenigen Abenden spürt die eine oder andere Teilnehmerin, wie sich erste Hemmschwellen abbauen und aus einer vielleicht eher unscheinbaren Dame mittleren Alters wird nach und nach eine selbstbewusst auftretende Person mit lauter Stimme und ausdrucksstarker Körpersprache.

Im Verlauf des Kurses werden wenige, aber effektive Verteidigungstechniken aus dem Straßenkampf intensiv beleuchtet, erläutert und trainiert. Denn kennt man die Schwachstellen des menschlichen Körpers, dann ist es auch möglich, sich als Schwächere(r) erfolgreich gegen einen körperlich stärkeren Angreifer verteidigen zu können.

Rollenspiele, Bodenkampf und last but not least ein Schmankerl mit einem „bösen Schwarzen Mann“ sorgen für den ein oder anderen Schweißtropfen, aber auch jede Menge Spaß und leuchtende Augen. Und Christoph in der Rolle des "bösen Angreifers, der auch mal zupackt" leistet ganze Arbeit. Er bezahlt die mit jeder Runde steigende Begeisterung und Wehrhaftigkeit der "Opfer" mit einigen blauen Flecken und ähnlichen Blessuren.

Am letzten Abend noch einen Stress-Parcour, der den Puls nochmal richtig nach oben treibt, gefolgt von einer kleinen Ju-Jutsu Demonstration und dann gibt’s auch schon die Urkunden für eine erfolgreiche Teilnahme und eine abschließende Feedbackrunde. Übereinstimmend ist interessanterweise mittlerweile die Meinung, dass ein „Mann im Kurs“ gar nicht mal so schlecht ist, denn der kann einerseits den bösen Buben spielen (und muss dafür kräftig einstecken) und andererseits aber auch viele Situationen aus männlicher Sicht erklären.

 

                                    

Jürgen Schaller
PostSV Nürnberg

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