Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte > Kursleiterlizenz Frauen-SV am 18.03.2011 in Nürnberg

 

Kursleiterlizenz Frauen-SV - wehrhaft sein

 

Nürnberg – Zur „Kursleiterausbildung Frauen-SV und Sicherheit“ fanden sich in Nürnberg im Post SV knapp 20 TeilnehmerInnen ein (2/3 Männer, 1/3 Frauen, 1 Baby), fast ausschließlich Ju-Jutsu-Kämpfer neben einem Taekwondo-Exot. Die 20-stündige Veranstaltung (25 UE) des Bayerischen Ju-Jutsu-Verbandes wurde vom Frauenreferat ausgerichtet, unter Leitung von Andrea Ordner und Tanja Dietz-Röding, ging von Freitag (15.00 Uhr) bis Sonntag (16.00) und mündete in eine 3-stündige Abschlussprüfung, welche alle TeilnehmerInnen erfolgreich bestanden.

Voller Spannung starteten wir am Freitagnachmittag mit Andrea in den Kurs, und nach Aushändigung des 30 Punkte umfassenden Stundenplans war jedem schnell klar, dass ein strammes Programm vor uns lag. Aus den geäußerten Erwartungen an den Kurs kristallisierte sich heraus, dass die TeilnehmerInnen hauptsächlich auf der Suche waren nach methodischem Handwerkszeug, wie man so einen SV-Kurs „aufzieht“. Und so wurden bereits jetzt die Prüfungsthemen für Sonntag vergeben, wo in Gruppenarbeit 4 verschiedene SV-Kurse (Schnupperkurs, Wochenend-Blockkurs, mehrwöchiger Abendkurs etc.) zu entwerfen waren.

Auf dem Freitagsprogramm standen: Kennenlernspiel, Gewaltbarometer, die 3 Säulen, Vitalpunkte, die Waffen der Frau, Kampfstellung und Deckung, passive Abwehr, Fallschule, Bodenkampf, Willensschulung. Als sehr wichtige Präventionsmaßnahme soll den Frauen vermittelt werden, auf ihr „Bauchgefühl“ zu achten und dieses auch ernst zu nehmen. Den Tagesabschluss bildeten Spiele zur Willensschulung wie T-Shirt-Klau, Geburtskanal oder Fridolin auf der Matte. Wichtigste Erkenntnis daraus für SV-Kurse ist, dass jeder Teilnehmer jederzeit aus Angst oder Panik abbrechen darf!, betonte Andrea. Unsere Begeisterung für diese Gruppenübungen drückte Andrea vorsichtig so aus: „I glab, ihr megts Rollenspiele!“ – Ja, wir lieben sie.

Der Samstag begann mit: Hundeabwehr, unseren „geliebten“ Rollenspielen (Bushaltestelle, Gasse-Spalier, Straßenbahn) sowie Täterprofil. Der Einsatz von Waffen ist eher abzulehnen, der Einsatz von Hilfsmitteln wie Alltagsgegenstände jedoch wird grundsätzlich befürwortet. Mit Tanja wurde nun die 2.Säule, die Selbstbehauptung, behandelt. Der Einsatz von Körpersprache, Stimme und Sprachverhalten wurde wieder in zahlreichen, supertollen Rollenspielen geübt (Augenkontakt, Mimik, Theater spielen, Palme, Monster, 3-er Gruppen schreien). Ziel ist, den Frauen zu vermitteln, wie sie NICHT der Opferrolle entsprechen. Als 3.Säule standen nun realistische Angriffe auf dem Programm, wobei nur wahrscheinliche Angriffsvarianten erfolgten und die zugehörige Gegenwehr auf „Frauen-geeignet“ abgestimmt wurde. Grundsätzlich sollten lieber weniger Techniken vermittelt werden, diese jedoch intuitiv schnell abrufbar. Es folgten beeindruckende Übungen zu Wahrnehmung und Intuition („gute“ und „böse“ Gasse, augenlos Gruppe finden). Als Tagesabschluss wurde mit Andrea die Planung eines SV-Kurses ausführlich besprochen.

Am Sonntag standen 4 TOPs an: Notwehr und Waffenrecht, Rhetorik, Anforderungen an einen Kursleiter sowie Prüfung. Beim Thema Rhetorik wurde der anfänglich befremdlich klingende Satz: „Ich bin ein Ruderboot!“ in erstaunlich phantasievolle Geschichten eingebaut. Ziel war es, den angehenden Kursleitern zu vermitteln, wie es sich anfühlt, vor einer Gruppe zu referieren. Als Letztes fand eine Prüfung jedes einzelnen Teilnehmers statt. Dazu musste ein Thema aus dem zu Beginn entworfenen SV-Kurs in der ganzen Gruppe moderiert werden. Wichtig ist, den Teilnehmern ein Lob auszusprechen. Juhu, geschafft. Stolz nehmen wir die Lizenz entgegen. Vielen Dank an Andrea und Tanja, ihr ward Spitze. Dank auch an unseren „Cateringservice“, der uns reichlich mit Kaffee, Kuchen, Pizza etc. versorgt hat.

 

>Bildergalerie>

 

Richard Engelschall

Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte > Kursleiterlizenz Frauen-SV am 18.03.2011 in Nürnberg