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Selbstbewusst durch Selbstverteidigung

 

Germering. Die Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpfaffenhofen-Germering bot erneut einen Frauenselbstverteidigungskurs an. Neben Selbstverteidigungstechniken übten die Frauen in diesem Wochenendkurs vor allem, Gefahren im Vorfeld durch präventive Maßnahmen und selbstbewusstes Auftreten zu verhindern sowie frühzeitig Grenzen zu setzen.

„Techniken erlernen, um sich gegen körperliche Gewalt und Zudringlichkeiten wehren zu können“ und „Mehr Selbstvertrauen gewinnen und den Umgang mit der Angst in brenzligen Situationen üben“ das sind nur zwei von vielen Gründen, aus denen insgesamt neun Frauen den Selbstverteidigungskurs der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SCUG besucht haben.

Organisiert wurde der Kurs von Astrid Grimm, Kursleiterin Frauenselbstsicherheit. Das vom Deutschen Ju-Jutsu Verband entwickelte Kurskonzepts zur Frauen-Selbstverteidigung setzt vor allem auf präventive Maßnahmen, Stärkung des Selbstbewusstseins, der Willenskraft und Selbstbehauptung.

Als Referenten aus der Praxis hatte Astrid Grimm Ottmar Thalmeier, SV-Ausbilder beim Flughafenzoll München, und die Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder, Kriminalhauptkommissarin Charlotte Hofmann, gewinnen können.

 Zu Beginn gab Charlotte Hofmann einen Überblick zum Thema „Gewalt gegen Frauen“. Dabei wurde deutlich, dass der Überfall auf eine Frau von einem unbekannten Gewalttäter statistisch gesehen eher selten vorkommt. Hofmann wies in ihrem Vortrag auch darauf hin, dass Frauen, die sich wehren, in über 80 Prozent der Fälle den Täter erfolgreich zum Aufgeben brachten.

Da die meisten Gewalttaten gegen Frauen im Bekanntenkreis oder in der Familie passieren und die Dunkelziffer deshalb sehr hoch ist, informierte Charlotte Hofmann über ein besonderes Angebot des Instituts für Rechtsmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Münchner Notfallambulanz (089/21 80-73 0 11) für weibliche Gewaltopfer bietet Frauen, die Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sind, die Möglichkeit, kostenlos, fachgerecht und gerichtstauglich ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen. Auch wenn die Frau (noch) keine Anzeige bei der Polizei erstatten will.

Nach dem theoretischen Einstieg folgten praktische Übungen zur Stimmschulung, Körpersprache und Wahrnehmung der eigenen Grenzen. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas soll ein Selbstverteidigungskurs auch Spaß machen und so wurde nicht nur laut geschrien, sondern auch viel gelacht. Die Gruppenstärke war ideal, um auf die persönlichen Fragen der Frauen eingehen zu können. In Rollenspielen wurden Angst auslösende Situationen, wie zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Fahrstuhl nachgestellt, und Lösungen für richtiges Verhalten gemeinsam mit den Trainern erarbeitet. Und natürlich gab es viele Tipps und Trainingseinheiten zur Selbstverteidigung.

Höhepunkt war am letzten Kurstag der Kampf jeder Frau gegen den „schwarzen Mann“. Otti Thalmeier schlüpfte dazu in den gepolsterten Fist-Anzug. Der Kampf war erst beendet, wenn die Frau ihre Treffer zu den vorher gelernten Schock- und Vitalpunkte des Mannes gelandet hatte. Dabei erlebte jede der Teilnehmerinnen, dass ungeahnten Kräfte in ihr steckten.

Durch die gelernten Techniken und Verhaltensweisen haben die Frauen mehr Lebensqualität gewonnen, denn Selbstsicherheit ist ein gutes Gefühl.

 

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