Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte > Frauenselbstverteidigung in Germering 16./17.10.2010
Selbstbewusst
durch Selbstverteidigung
Germering.
Die Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpfaffenhofen-Germering bot erneut
einen Frauenselbstverteidigungskurs an. Neben Selbstverteidigungstechniken übten
die Frauen in diesem Wochenendkurs vor allem, Gefahren im Vorfeld durch präventive
Maßnahmen und selbstbewusstes Auftreten zu verhindern sowie frühzeitig Grenzen
zu setzen.
„Techniken
erlernen, um sich gegen körperliche Gewalt und Zudringlichkeiten wehren zu können“
und „Mehr Selbstvertrauen gewinnen und den Umgang mit der Angst in brenzligen
Situationen üben“ das sind nur zwei von vielen Gründen, aus denen insgesamt
neun Frauen den Selbstverteidigungskurs der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SCUG
besucht haben.
Organisiert
wurde der Kurs von Astrid Grimm, Kursleiterin Frauenselbstsicherheit. Das vom
Deutschen Ju-Jutsu Verband entwickelte Kurskonzepts zur
Frauen-Selbstverteidigung setzt vor allem auf präventive Maßnahmen, Stärkung
des Selbstbewusstseins, der Willenskraft und Selbstbehauptung.
Als
Referenten aus der Praxis hatte Astrid Grimm Ottmar Thalmeier, SV-Ausbilder beim
Flughafenzoll München, und die Beauftragte der Polizei für Frauen und Kinder,
Kriminalhauptkommissarin Charlotte Hofmann, gewinnen können.
Zu
Beginn gab Charlotte Hofmann einen Überblick zum Thema „Gewalt gegen
Frauen“. Dabei wurde deutlich, dass der Überfall auf eine Frau von einem
unbekannten Gewalttäter statistisch gesehen eher selten vorkommt. Hofmann wies
in ihrem Vortrag auch darauf hin, dass Frauen, die sich wehren, in über 80
Prozent der Fälle den Täter erfolgreich zum Aufgeben brachten.
Da die
meisten Gewalttaten gegen Frauen im Bekanntenkreis oder in der Familie passieren
und die Dunkelziffer deshalb sehr hoch ist, informierte Charlotte Hofmann über
ein besonderes Angebot des Instituts für Rechtsmedizin der
Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Münchner Notfallambulanz (089/21
80-73 0 11) für weibliche Gewaltopfer bietet Frauen, die Opfer eines sexuellen
Übergriffs geworden sind, die Möglichkeit, kostenlos, fachgerecht und
gerichtstauglich ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen. Auch wenn die Frau
(noch) keine Anzeige bei der Polizei erstatten will.
Nach dem
theoretischen Einstieg folgten praktische Übungen zur Stimmschulung, Körpersprache
und Wahrnehmung der eigenen Grenzen. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas soll
ein Selbstverteidigungskurs auch Spaß machen und so wurde nicht nur laut
geschrien, sondern auch viel gelacht. Die Gruppenstärke war ideal, um auf die
persönlichen Fragen der Frauen eingehen zu können. In Rollenspielen wurden
Angst auslösende Situationen, wie zum Beispiel in den öffentlichen
Verkehrsmitteln oder im Fahrstuhl nachgestellt, und Lösungen für richtiges
Verhalten gemeinsam mit den Trainern erarbeitet. Und natürlich gab es viele
Tipps und Trainingseinheiten zur Selbstverteidigung.
Höhepunkt
war am letzten Kurstag der Kampf jeder Frau gegen den „schwarzen Mann“. Otti
Thalmeier schlüpfte dazu in den gepolsterten Fist-Anzug. Der Kampf war erst
beendet, wenn die Frau ihre Treffer zu den vorher gelernten Schock- und
Vitalpunkte des Mannes gelandet hatte. Dabei erlebte jede der Teilnehmerinnen,
dass ungeahnten Kräfte in ihr steckten.
Durch die
gelernten Techniken und Verhaltensweisen haben die Frauen mehr Lebensqualität
gewonnen, denn Selbstsicherheit ist ein gutes Gefühl.

Medienteam
JJVBayern
Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte > Frauenselbstverteidigung in Germering 16./17.10.2010