Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte >AK Prävention sexueller Gewalt im Sport Juni 2010
Zeichen
setzen – gegen sexuellen Missbrauch
München
– Der Ju-Jutsu Verband Bayern bietet bereits seit vielen Jahren Lehrgänge und
Lizenzen im Bereich der Prävention vor Sexueller Gewalt bei Kindern und
Jugendlichen an. In der vorletzten Juniwoche bot sich nun die Gelegenheit, die
Erfahrungen und den Sachstand im Vereinsausschuss des Landesportbeirats im
bayerischen Landtag zu erörtern. Das Thema stieß bei den Abgeordneten auf großes
Interessen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des Sportbeirates, Rainer
Riedel, berichtete zunächst Gerhard Fleißner, Ehrenpräsident des Bayerischen
Judo Verbandes, von seinen Erfahrungen mit dem Umgang nach aufgedeckten
Missbrauchsfällen als verantwortlicher Funktionär. Es wurde deutlich, welche
Schwierigkeiten im sozialen Bereich bei der Verfolgung der Täter aufkommen. An
vielen Stellen traf er auf Verleugnung, bewusstes Wegschauen und teilweise sogar
aktiven Täterschutz. Annemarie Besold, Sonderschulpädagogin und Initiatorin
des Projektes „Nicht Mit Mir! – Starke Kinder schützen sich“, erläuterte
die Grundzüge und die Entwicklungen im Bereich der Kinder-SV. Neben
Selbstverteidigungstechniken werden auch Selbstvertrauen und Selbstbehauptung
geschult. Stv. Jugendreferent JJVBayern, Matthias Riedel, zeigte Lösungsmöglichkeiten
für die Arbeit in Sportfachverbänden auf. Allen Beteiligten wurde schnell
klar, dass sich sexueller Missbrauch in der gesamten Breite und
Vielschichtigkeit durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht. Ziel für die
Sportverbände und Sportvereine muss es deshalb sein, für die Kinder hier einen
Schutzraum zu schaffen. Das soll der Vereinssport leisten. Ständiges Bemühen
und nachhaltiges Handeln ist dazu auch innerhalb der Organisation erforderlich.
Gleich
zwei Tage später trafen sich die Sportfachverbandsvertreter im Haus des Sports.
Unter der Leitung von Sportbeiratsvorsitzenden Rainer Riedel sollten spezifische
Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung struktureller Methoden in den Fachverbänden
erarbeitet werden. Das Interesse war auch hier sehr groß. Es wurde auch
deutlich, dass die Umsetzung in den verschiedenen Fachverbänden unterschiedlich
weit fortgeschritten war. Erfahrungen über sportartspezifische Begebenheiten
wurden ausgetauscht. Einigkeit bestand in der Tatsache, dass jeder
Sportfachverband für sich selbst den passenden Weg finden muss. Die
Zusammenarbeit mit den Vereinen wurde diskutiert. Konzepte, Verhaltenregeln,
Leitlinien und Informationen müssen alle erreichen. Hier ergeben sich jeweils
in den Fachverbänden aufgrund der unterschiedlichen Strukturen auch
unterschiedliche Notwendigkeiten. Die Thematik Ehrenkodex und erweitertes Führungszeugnis
wurde von den Teilnehmern durchwegs positiv bewertet, wenngleich auch Bedenken
bei der Umsetzbarkeit und Überprüfbarkeit benannt wurden.
Die
ersten Schritte sind gemacht. Der Austausch unter den Sportfachverbänden zeigte
sich als sehr gewinnbringend. Klar war allen: Der Sport findet in den Vereinen
über die Fachverbände statt. Und hier darf kein Platz sein für sexuellen
Missbrauch.
In einem
weiteren Treffen im Spätherbst werden dann konkrete Handlungsempfehlungen für
die Sportfachverbände im Vordergrund stehen.

Matthias
Riedel
Stv. Jugendreferent Ju-Jutsu Verband Bayern e. V.
Navigator: Hauptseite JJVB > Berichte >AK Prävention sexueller Gewalt im Sport Juni 2010