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Zeichen setzen – gegen sexuellen Missbrauch

 

München – Der Ju-Jutsu Verband Bayern bietet bereits seit vielen Jahren Lehrgänge und Lizenzen im Bereich der Prävention vor Sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen an. In der vorletzten Juniwoche bot sich nun die Gelegenheit, die Erfahrungen und den Sachstand im Vereinsausschuss des Landesportbeirats im bayerischen Landtag zu erörtern. Das Thema stieß bei den Abgeordneten auf großes Interessen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden des Sportbeirates, Rainer Riedel, berichtete zunächst Gerhard Fleißner, Ehrenpräsident des Bayerischen Judo Verbandes, von seinen Erfahrungen mit dem Umgang nach aufgedeckten Missbrauchsfällen als verantwortlicher Funktionär. Es wurde deutlich, welche Schwierigkeiten im sozialen Bereich bei der Verfolgung der Täter aufkommen. An vielen Stellen traf er auf Verleugnung, bewusstes Wegschauen und teilweise sogar aktiven Täterschutz. Annemarie Besold, Sonderschulpädagogin und Initiatorin des Projektes „Nicht Mit Mir! – Starke Kinder schützen sich“, erläuterte die Grundzüge und die Entwicklungen im Bereich der Kinder-SV. Neben Selbstverteidigungstechniken werden auch Selbstvertrauen und Selbstbehauptung geschult. Stv. Jugendreferent JJVBayern, Matthias Riedel, zeigte Lösungsmöglichkeiten für die Arbeit in Sportfachverbänden auf. Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass sich sexueller Missbrauch in der gesamten Breite und Vielschichtigkeit durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht. Ziel für die Sportverbände und Sportvereine muss es deshalb sein, für die Kinder hier einen Schutzraum zu schaffen. Das soll der Vereinssport leisten. Ständiges Bemühen und nachhaltiges Handeln ist dazu auch innerhalb der Organisation erforderlich.

 

Gleich zwei Tage später trafen sich die Sportfachverbandsvertreter im Haus des Sports. Unter der Leitung von Sportbeiratsvorsitzenden Rainer Riedel sollten spezifische Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung struktureller Methoden in den Fachverbänden erarbeitet werden. Das Interesse war auch hier sehr groß. Es wurde auch deutlich, dass die Umsetzung in den verschiedenen Fachverbänden unterschiedlich weit fortgeschritten war. Erfahrungen über sportartspezifische Begebenheiten wurden ausgetauscht. Einigkeit bestand in der Tatsache, dass jeder Sportfachverband für sich selbst den passenden Weg finden muss. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen wurde diskutiert. Konzepte, Verhaltenregeln, Leitlinien und Informationen müssen alle erreichen. Hier ergeben sich jeweils in den Fachverbänden aufgrund der unterschiedlichen Strukturen auch unterschiedliche Notwendigkeiten. Die Thematik Ehrenkodex und erweitertes Führungszeugnis wurde von den Teilnehmern durchwegs positiv bewertet, wenngleich auch Bedenken bei der Umsetzbarkeit und Überprüfbarkeit benannt wurden.

Die ersten Schritte sind gemacht. Der Austausch unter den Sportfachverbänden zeigte sich als sehr gewinnbringend. Klar war allen: Der Sport findet in den Vereinen über die Fachverbände statt. Und hier darf kein Platz sein für sexuellen Missbrauch.

In einem weiteren Treffen im Spätherbst werden dann konkrete Handlungsempfehlungen für die Sportfachverbände im Vordergrund stehen.

 

Matthias Riedel
Stv. Jugendreferent Ju-Jutsu Verband Bayern e. V.

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