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Starke
Frauen wehren sich
Germering
- Jede Frau kann sich erfolgreich wehren! Wie – das lernten die Frauen im
Selbstverteidigungskurs, der am 12./14. März 2010 im Rahmen der Germeringer
Frauentage von der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SCUG angeboten wurde.
In dem
vierzehnstündigen SV Kurs zeigten die drei Referenten Charlotte Hofmann,
Beauftrage der Polizei für Frauen und Kinder (BPFK), sowie Ottmar Thalmeier,
Ausbilder für Selbstverteidigung beim Flughafenzoll München, und Astrid Grimm,
Kursleiterin Frauenselbstsicherheit, vom SCUG, den 10 Teilnehmerinnen in Alter
von 17 bis 68 Jahren, wie sie Gefahrensituationen erkennen, rechtzeitig Grenzen
setzen und sich wirksam verteidigen können.
„Frauen
und Macht“ lautete das Motto der 9. Germeringer Frauentage. Um Macht geht es
hauptsächlich bei sexuellen Übergriffen gegen Frauen. Die Spannbreite der Übergriffe
reicht von leicht, wie zum Beispiel beim Angestarrt werden in den öffentlichen
Verkehrsmitteln, über
schwerwiegendere
wie Zudringlichkeiten von Bekannten oder Arbeitskollegen bis hin zur
Vergewaltigung.
Entsprechend
der unterschiedlichen Gefahrenstufen, übten die Frauen in Rollenspielen
angemessenes Verhalten. Besonderen Wert legte das Trainerteam auf Stimme und Körpersprache,
denn es gilt das Opfermuster zu vermeiden und so dem potentiellen Täter von
Vornherein deutlich zu signalisieren: „Hier ist meine Grenze! Wird diese überschritten,
werde ich sie konsequent verteidigen.“
Die
Teilnehmerinnen hatten zudem die Gelegenheit, Situationen, in denen sie sich
bisher unsicher waren, zu erproben. Bedingt durch aktuelle Gewaltvorfälle in S-
und U-Bahn wurde auch über Zivilcourage und Nothilfe diskutiert. Mit den
Trainern und den anderen Frauen konnten konstruktive Lösungen entwickelt
werden. Dabei stand die Gewaltprävention im Vordergrund.
„Am
Wichtigsten ist immer die eigene körperliche Unversehrtheit“, betonte Otti
Thalmeier. Der Zollbeamte ist aus beruflichen Gründen Konfliktsituationen
ausgesetzt und die Teilnehmerinnen profitierten von seinen Tipps zur Entschärfung
von gefährlichen Situationen und Ratschlägen, wie sie einer Person helfen können,
ohne sich selbst zu gefährden.
Sollte
trotz aller Selbstbehauptungsmaßnahmen der Täter nicht von der Frau ablassen,
ist entschiedene Selbstverteidigung angesagt. Dann muss Frau konsequent zur
Kampfmaschine werden und wie eine Löwin kämpfen. Eine solche Konfrontation ist
erst beendet, wenn der Gegner kampfunfähig ist.
Um die
Frauen auf den Ernstfall vorzubereiten, wurden Themen wie Angst, Willensschulung
und Angriffspunkte beim Mann erläutert. „Eure Körper ist die beste
Waffe.“, erklärte Astrid Grimm und gab „den Waffen der Frauen“ eine
weiterführende Bedeutung.
Kriminalhauptkommissarin
Charlotte Hofmann informierte über polizeiliche Statistiken, Notwehr, Stalking
und häusliche Gewalt. „Über 80 Prozent der Frauen, die sich wehrten, konnten
eine Vergewaltigung verhindern.“, berichtete sie. „Allerdings ist es
statistisch eher selten, dass der Unbekannte nachts aus dem Gebüsch springt und
eine Frau vergewaltigen will. Sexuelle Straftaten werden am häufigsten von
Personen begangen, die zum Bekanntenkreis der Frauen gehören.“
Zum
Abschluss des Kurses legte Ottmar Thalmeier den FIST-Anzug, eine Art Rüstung,
an. Jetzt durften und mussten die Teilnehmerinnen ihre gelernten
Verteidigungstechniken mit aller Kraft und Konsequenz einsetzen. Otti hörte mit
der Angriffsfolge erst auf, wenn er die richtigen Treffer – wenn auch sehr gedämpft
– verspürte.
Und da
zeigte sich der Erfolg der beiden Tage: Jede Frau schaffte es, mit einfachen
SV-Techniken den Gegner k.o. zu schlagen. Von wegen „schwaches Geschlecht“!.
Am Ende
waren sich alle einig: jede Teilnehmerin hatte ihre starken Seiten kennen
gelernt und entwickelt. Und weil es so viel Spaß gemacht hat, ist ein
Auffrischungskurs geplant.

Astrid
Grimm
Pressewartin SC Unterpfaffenhofen-Germering, Abteilung Ju-Jutsu/Karate
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